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Glossar: Entrümpelung und Entsorgung im Gewerbe
Begriffe aus Angebot, Verordnung und Übergabeprotokoll, verständlich erklärt.
- Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)
- Verpflichtet Betriebe, Abfälle getrennt zu halten (Papier, Holz, Metall, Kunststoff, Glas, Bioabfall) und die Trennung zu dokumentieren. Mischcontainer sind nur zulässig, wenn…
- DIN 66399
- Norm für die Vernichtung von Datenträgern. Definiert Schutzklassen 1 bis 3 und Sicherheitsstufen P-1 bis P-7 für Papier sowie H-Stufen für Festplatten.…
- Besenrein
- Übergabezustand: leergeräumt und grob gereinigt, frei von Abfall und losen Gegenständen. Nicht enthalten: Renovierung, Grundreinigung oder Rückbau; die ergeben sich nur aus…
- Wertanrechnung
- Verrechnung des Wiederverkaufswerts verwertbarer Gegenstände mit dem Räumungspreis, üblich 10 bis 30 Prozent Nachlass. Setzt eine Besichtigung voraus; telefonische Wertversprechen sind unseriös.
- Entsorgungsfachbetrieb (Efb)
- Zertifizierung nach der Entsorgungsfachbetriebeverordnung mit jährlicher Überwachung. Das Zertifikat belegt zulässige Entsorgungswege und ist bei größeren Aufträgen ein sinnvolles Auswahlkriterium.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
- Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen Unternehmen und Dienstleister, Pflicht bei der Aktenvernichtung. Ohne AVV bleibt jede Datenpanne des Dienstleisters das Problem…
- Vernichtungsnachweis
- Dokument des Vernichtungsbetriebs mit Datum, Menge und Sicherheitsstufe. Gehört zu jeder Aktenvernichtung und wird bei Datenschutzprüfungen verlangt.
- Containerdienst
- Stellt Absetz- oder Abrollcontainer von 3 bis 40 m³. Preis besteht aus Stellung, Miete, Transport und Entsorgung nach Fraktion; Mischabfall ist am…
- Halteverbotszone
- Temporäres Halteverbot für Container oder Fahrzeug, bei der Kommune zu beantragen, Vorlauf meist ein bis zwei Wochen, Kosten inklusive Schilderdienst rund 80…
- Mischabfall
- Nicht getrennter Abfall, teuerste Entsorgungsfraktion. Die Gewerbeabfallverordnung verlangt Trennung; wer trennt, spart beim Container bares Geld.
- Bauschutt
- Mineralische Abfälle wie Fliesen, Mauerwerk, Beton. Getrennt gesammelt günstig; vermischt mit Holz oder Gips wird daraus teurer Baumischabfall.
- Sperrmüll im Gewerbe
- Die kommunale Sperrmüllabfuhr gilt für Privathaushalte. Betriebe entsorgen über Containerdienste, Wertstoffhöfe (kleine Mengen gegen Gebühr) oder den Räumungsdienstleister.
- Elektrogesetz (ElektroG)
- Regelt Rücknahme und Verwertung von Elektrogeräten. Gewerbliche Altgeräte gehen an Hersteller-Rücknahmesysteme oder zertifizierte Erstbehandlungsanlagen, nicht in den Container.
- Datenträgervernichtung
- Physische Zerstörung von Festplatten, SSDs und Speichermedien nach DIN 66399 (H-Stufen) mit Protokoll. Alternative: zertifizierte Löschverfahren mit Löschbericht.
- Aufbewahrungsfristen
- Handels- und Steuerrecht: zehn Jahre für Bücher und Abschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege (seit 2025 verkürzt), sechs Jahre für Geschäftsbriefe. Erst prüfen,…
- Inventarliste
- Aufstellung des vorhandenen Mobiliars und der Geräte mit Kategorien mitnehmen, verwerten, entsorgen. Grundlage jedes belastbaren Angebots.
- Festpreis nach Besichtigung
- Verbindlicher Gesamtpreis auf Basis einer Vor-Ort-Besichtigung. Der Standard seriöser Anbieter; Schätzpreise am Telefon sind der häufigste Ausgangspunkt für Nachforderungen.
- Kostenvoranschlag
- Unverbindliche Kalkulation. Überschreitungen von mehr als etwa 15 bis 20 Prozent muss der Betrieb ankündigen; beim Festpreis stellt sich die Frage nicht.
- Übergabeprotokoll
- Dokumentiert Zustand, Zählerstände und Schlüssel bei der Flächenrückgabe. Ohne Protokoll steht bei Kaution und Nachforderungen Aussage gegen Aussage.
- Rückbaupflicht
- Mietvertragliche Pflicht, Einbauten und Umbauten beim Auszug zu entfernen. Verhandelbar: Eine schriftliche Übernahmeerklärung des Vermieters erspart den Rückbau.
- Gefahrstoffe
- Farben, Lacke, Öle, Batterien, Leuchtstoffröhren, Kühlgeräte. Brauchen zugelassene Entsorgungswege mit Nachweis und gehören in jedes Angebot, wenn sie absehbar anfallen.
- Asbestverdacht
- In Gebäuden bis Anfang der 1990er möglich (Bodenbeläge, Leichtbauplatten, Nachtspeicheröfen). Bei Verdacht: Erkundung vor Rückbau; Arbeiten nur durch sachkundige Firmen nach TRGS…
- Elektronisches Abfallnachweisverfahren (eANV)
- Digitales Nachweisverfahren für gefährliche Abfälle ab bestimmten Mengen. Läuft über den Entsorger; der Auftraggeber erhält die Belege für seine Unterlagen.
- AVV-Abfallschlüssel
- Sechsstellige Nummer der Abfallverzeichnis-Verordnung, die jede Abfallart klassifiziert. Steht auf Entsorgungsbelegen und macht die Wege nachvollziehbar.
- Wertstoffhof
- Kommunale Annahmestelle. Für Betriebe meist nur kleine Mengen gegen Gebühr; großvolumige Gewerbeabfälle laufen über Container und Entsorger.
- IT-Refurbishing
- Aufbereitung gebrauchter Business-Hardware für den Wiederverkauf. Remarketing-Anbieter zahlen für funktionsfähige Geräte und liefern Löschnachweise mit.
- Sozialkaufhaus
- Gemeinnützige Einrichtung, die brauchbare Möbel annimmt und günstig weitergibt. Holt teils kostenlos ab; eine Spendenbescheinigung gibt es nur bei gemeinnützigen Trägern.
- Demontage
- Fachgerechter Abbau von Möbelsystemen, Regalen und Einbauten. Bei Wiederverkauf wertschonend, bei Entsorgung zerlegearm; der Unterschied steht im Preis.
- Entkernung
- Rückbau bis auf den Rohbau: Böden, Decken, nichttragende Wände, Installationen. Baugenehmigungsfrei ist das nicht immer; statisch relevante Eingriffe brauchen Fachplanung.
- Betriebsauflösung
- Vollständige Aufgabe eines Standorts inklusive Inventarverwertung, Vertragsbeendigungen und Flächenrückgabe. Die Räumung ist dabei nur das letzte Glied der Kette.
- Räumung im Erbfall
- Auch Gewerbeobjekte landen im Nachlass. Erben sollten vor der Räumung Geschäftsunterlagen mit laufenden Fristen sichern und Verträge des Verstorbenen sichten.
- Restpostenhändler
- Kaufen verkaufsfähige Warenbestände in einem Zug. Für Ladenauflösungen oft der schnellste Weg, Restware zu Geld zu machen, bevor geräumt wird.
- Selbstanlieferung
- Eigene Anlieferung bei Entsorgern oder Wertstoffhöfen. Spart Containerkosten bei kleinen Mengen, lohnt bei größeren Volumen wegen Arbeitszeit und Fahrzeugbedarf selten.
- Pauschalangebot ohne Besichtigung
- Warnzeichen: Wer ohne Besichtigung Pauschalen nennt, kalkuliert Nachforderungen ein. Ausnahme sind klar definierte Kleinstaufträge wie einzelne Möbelstücke.
- Schadstoffsanierung
- Entfernung von Asbest, KMF, PCB oder Schimmel durch zertifizierte Fachbetriebe. Kein Bestandteil normaler Entrümpelung; wird separat erkundet und beauftragt.
- Leerstandskosten
- Jeder Monat zwischen Auszugsentschluss und Flächenrückgabe kostet Miete und Nebenkosten. Der Zeitplan der Räumung ist deshalb ein Kostenfaktor wie der Preis selbst.
- Übernahme durch Nachmieter
- Nachmieter übernehmen teils Möblierung oder Einbauten gegen Abstand oder kostenlos. Eine schriftliche Vereinbarung mit dem Vermieter im Dreieck verhindert spätere Rückbauforderungen.
- Stundensatz-Abrechnung
- Alternative zum Festpreis bei unklarem Umfang, üblich 35 bis 60 Euro je Kraft und Stunde plus Entsorgung. Nur mit täglicher Stundenaufstellung akzeptieren.
- Anfahrtskosten
- Zulässig, wenn vorher genannt. Bei bundesweit werbenden Vermittlern ohne Standort in der Nähe wird die Anfahrt zum versteckten Preistreiber.
- Betriebshaftpflicht des Dienstleisters
- Deckt Schäden an Gebäude und Aufzug während der Räumung. Nachweis vor Auftragserteilung geben lassen; bei Schäden ohne Versicherung haftet praktisch niemand.